Saisoneröffnung nach langem Winterschlaf

Allen Wetterprognosen zum Trotz gab es pünktlich zum 1. Mai einen strahlend blauen Himmel mit viel Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Bereits zum fünften Mal waren die Rassegeflügelzüchter der Umgebung mit von der Partie.

Für die Herrichtung der Anlage waren in diesem Jahr knapp 1,5 Wochen Urlaub nötig. Die Vegetation war recht früh aufgewacht. Deshalb war das Wachstum auf und entlang der Strecke schon recht stark. Mehrere Flaschen Gas gingen für das Abbrennen der in den Steinen wachsenden Gräser und Kräuter durch den Brenner. Durch den milden Winter hielten sich aber die durch Frost verursachten Verwerfungen des Gleises in erfreulich geringen Grenzen. Ein paar Schubkarren Schottersteine reichten zur Korrektur an einigen wenigen Stellen aus.

In diesem Jahr erhielten zwei Brücken einen frischen Anstrich. Die erste war die Brücke zum Ladeplatz. Wegen Demontage einer über dem Grundstück verlaufenden 10-kV-Leitung war sie komplett abgebaut worden. Denn ein im Gelände stehender Strommast wurde mit schwerem Gerät abgebaut. Die kompletten Gleise bis hin zum Anheizstand waren deswegen ausgebaut. Erst nachdem der A-Mast am Haltepunkt zur toten Katze entfernt worden war, konnten die Gleis und Brückenarbeiten begonnen werden.
Die zweite Brücke (im unteren Anlagenteil der Rundstrecke gelegen) erhielt nach mittlerweile neun Jahren ebenfalls einen neuen Anstrich. Die Brücke ist nicht sonderlich hoch. Deshalb mussten alle Arbeiten in gebückter Haltung erfolgen. Mein Rücken jubelte...

Das Gras auf der Wiese wuchs ebenfalls mit Schwung. Die feuchte Tallage begünstigt das Wachstum zusätzlich. Dünger brauche ich nie. Trotzdem musste ich schon Mitte April das die Maulwurfshügel überwuchernde Gras mähen. Und zum Fahrtag das Ganze noch einmal.

Strahled blauer Himmel über dem Gartenbahngelände

Es waren viele Besucher gekommen um dem Eisenbahnbetrieb zur Eröffnung der Saison 2014 zu verfolgen. Natürlich wollten besonders die Kinder einmal auf einem der Züge mitfahren.

Wettkrähen in der Scheune

In der Scheune an der Garteneisenbahn veranstalteten die Rassegeflügelzüchter aus Rade und Umgebung ihr traditionelles Hähnewettkrähen. Bereits am frühen Morgen hatten sie damit begonnen die Hähne einzusetzen. Bei dem Wettbewerb stehen die Hähne getrennt voneinander in Käfigen. Da jeder das Revier für sich beansprucht, krähen sie mehr oder weniger andauernd. Das ergibt in der Stadt eine Klage des Nachbarn. Aber auf dem Lande dürfen die Tiere, ohne dass sie per Gerichtsbeschluss zum Stillschweigen verurteilt werden, 20 Minuten lang ohne Unterlass ihr Kikeriki erklingen lassen. Jeder Kräher wird von einer Jury gezählt. Gewonnen hat derjenige, welcher die meisten Laute von sich gegeben hat. Der Sieger krähte an diesem Tag genau 50 Mal!
Übrigens: mitmachen konnten auch die Eisenbahner und ihre Besucher. Die Rassegeflügelzüchter stellten Leihhähne zur Verfügung. Aber die Aussicht, einen Sack Hühnerfutter (25kg) zu gewinnen, stellte für die Eisenbahner wohl doch keine Motivation dar. Das Interesse der Besucher der Eisenbahn galt denn auch eher dem Infostand. In einem großen Speichenrad lagen die unterschiedlichen Eier der gezüchteten Rassen. Warum die "normalen" Legehühner ohne das Rassegeflügel aussterben würde, war hier ein oft angesprochenes Thema. Nebenbei bestand den ganzen Tag lang die Möglichkeit die Tiere aus der Nähe zu betrachten. Dies nutzten auch etliche Besucher des Fahrtages  gerne.

US-Kohlezug (Diesel) mit Hoppercars

Ein langer US-Zug war als erster Zug auf den Gleisen des Huserlandes unterwegs.

Hier passierten die schweren US-Diesellokomotiven gerade den zum Lokschuppen abzweigenden Gleisanschluss in der Hauptstrecke. Später am Tag war das Gespann aus zwei Diesellokomotiven auch vor dem Personenzug im Einsatz. Die mit Akkus angetriebenen Modelle konnten den ganzen Tag lang fahren, ohne auch nur einmal an der Ladestation verweilen zu müssen.

Anheizen einer BR01

Die Elektrolokomotiven fuhren schon Runde um Runde. Die Dampfloks mussten vor ihrem Einsatz erst noch aufgerüstet (Wasser und Kohle) und angeheizt werden. Das dauerte je nach Loktyp von einer halben bis zu einer ganzen Stunde. Hier wurde gerade eine Lok der Baureihe 01 auf Betriebsdruck (6-8 bar) gebracht. Das Aufheizen des Kessels soll dabei bewusst gemächlich erfolgen, um zu große Spannungen im Kesselmaterials zu vermeiden. Während des Aufheizens werden auch alle beweglichen Teile (Lager etc.) für den bevorstehenden Einsatz abgeschmiert.

Eisenbahner im Interview

Dieser Kollege wurde beim Aufrüsten seiner Dampflok von einem Kameramann der "WDR-Lokalzeit" gefilmt und interviewt. Offenbar hatte der Bahnkollege viel Spaß dabei, seine Tätigkeiten an der Maschine für die Öffentlichkeit zu kommentieren. Den Beitrag mit dem Titel: "Modelleisenbahn zum Mitfahren" findet man in der WDR-Mediathek "Lokalzeit Bergisches Land" im Film zur Sendung vom 5. Mai 2014. Oder auch hier, aber nur der Eisenbahnbeitrag.

Das Gelände um den Hauptbahnhof Kottmannshausen

Auf der Anlage wuseln die Besucher. Die Kinder und diejenigen Erwachsenen welche sich trauen mitzufahren, konnten auf dem noch von einer Diesellok geführten Personenzug schon einige Fahrten durch das Huserland unternehmen. Die Dampfloks brauchten noch ein Weilchen.

Feldbahnlok befördert Personenzug

Hier war eine Feldbahnlokomotive mit dem klangvollen Namen "Hofhund" vor den Personenzug gespannt. Mit Akkus bringt sie knapp 80 kg auf die Gleise und befördert ihre Passagiere auch bei 2% Steigung mühelos über die Strecke.

Doppeltraktion BR01 vor Personenzug

Nicht das eine einzelne Lokomotive der Baureihe 01 den Personenzug nicht befördern könnte. Nur zum Spaß hatten sich die beiden Maschinen zur gemeinsamen Beförderung des Zuges in sogenannter Doppeltraktion zusammengefunden. Die Passagiere hatten an den Dampfloks große Freude. Wehte ihnen ab und an doch eine kräftige Dampffahne durch das Gesicht.

Dampffahnen zweier BR01-Loks

Da die Lokführer und die Passagiere nicht in sondern auf den Fahrzeugen sitzen, ziehen gelegentlich die Dampffahnen der Lokomotiven am Gesicht vorbei.

Zwei Loks dampfen und ein Lokführer qualmt

Die in Doppeltraktion fahrenden Lokomotiven der BR01. Die vordere Maschine hat Wagner-Leitbleche und die hintere solche vom Fabrikat Witte. Und am Dampfen beteiligte sich auch der Lokführer der hinteren Maschine. Er stößt den Rauch einer Zigarette zu der Dampfwolke der vor ihm dampfenden Lok. Ich glaube, ich sollte aus gesundheitlichen Gründen ein Rauchverbot für Dampflokführer erlassen...

BR81 ohne Führerhaus auf der Strecke

An der Lok der Baureihe 80 wurde gearbeitet. Zur Saisoneröffnung erfolgte eine Testfahrt. Das Führerhaus war nicht wegen zu schneller Fahrt fortgeflogen, sondern wurde, falls noch Nacharbeiten an den Armaturen erfolgen müssten, aus pragmatischen Gründen einfach weggelassen worden. Obwohl der Lokführer etwas grimmig schaute, hat er mir am Ende des Fahrtages doch versichert, dass (zum Schluss) alles zu seiner Zufriedenheit funktioniert hat.

BR99

Die modifizierte Dampflok BR99 war nicht neu im Huserland. Wohl aber der Lokführer. Seine Maschine ließ ihn nicht im Stich und machte die ganze Fahrzeit ausreichend Dampf. Nur der Druckluftbehälter für die Bremse machte mangels Nachschub schlapp. Ein Ausflug zum Kompressor am Lokschuppen ließ den Betriebsdruck in der Bremsanlage aber schnell wieder auf betriebsfähige Werte ansteigen.

BR99 auf Bergfahrt

Die bereit oben abgelichtete Maschine der BR99 dampfte hier gerade auf der langen Steigung in Richtung "Haltepunkt zur toten Katze". Mit gut hörbaren Auspuffschlägen folgten ihr die beiden gekoppelten Loks der Baureihe 01.

Daen ganzen Tag lan ein Paar - die Loks der BR01

Fast den ganzen Tag blieben die Beiden (Loks) ein Paar. Mal nur als Lokfahrt, mal vor dem Huserland-Personenzug oder auch vor auch einem langen Güterzug wurden sie gesichtet.

BR99 und BR55

BR99 und BR55 machten gerade einen Betriebshalt im Hauptbahnhof Kottmannshausen.

Gasgefeuerte BR64

Die Lokomotive der Baureihe 64 verfügt über eine Gasfeuerung.

BR64 - Vorbeifahrt Spaßbank

Vorbei an der Spaßbank fuhr die gasgefeuerte BR64. Einige Spaßbänker musterten das Gespann aufmerksam.

BR64 mit Passagierin

Und manchmal begleitete auch die liebe Ehefrau ihren Gatten bei der Fahrt durch das Huserland

US- Switcher

Die kleine Dampflok amerikanischer Bauart (Switcher) fuhr gelegentlich zu Wartungszwecken zurück zum Anheizstand. Der Betriebsschwerpunkt dieser Lok befand sich im Bahnhof Ponnyhof. Dort konnte man sie beim Rangieren beobachten. Nur gelegentlich sah man sie für Übergabefahrten auf den Streckengleis.

SBB-Krokodil

Auch ein Krokodil der Schweizer Bundesbahn war wieder zum Start der Saison unterwegs. Vielen Betrachtern fiel es allerdings schwer zu glauben, das dieses Modell bis auf Achsen, Pantografen und Räder komplett aus Holz gebaut wurde.

Koef rangiert

Der Ehemann geleitete seine auf der Kleinlokomotive fahrenden Frau sicher durch das Weichenvorfeld des Hauptbahnhofs Kottmannshausen.

Feldbahnlokomotive rot

Mit frisch lackierter Lok und mit neuem Bedienwagen war dieser Lokführer in Huserland gereist. Der Kollege befährt die Anlage aber nur dann, wenn er die Fahrerlaubnis durch den Fahrdienstleiter des Huserlandes abgefragt hat. Wir Eisenbahner sind halt alle ein bisschen verrückt.

Diesellok in blauer Lackierung

Prächtiges Modell einer sonst auf der Anlage in Sprockhövel anzutreffenden Diesellokomotive der DR V100 mit DB-Numerierung. Hier wurde sie gerade im BW-Bereich des Hauptbahnhofes Kottmannshausen abgestellt.

E-Lok-Modelle der Kölner Verkehrsbetriebe

Drei E-Lok-Modelle der Kölner Verkehrsbetriebe bei der Ausfahrt aus dem Hauptbahnhof Kottmannshausen.

Triebwagen

Nach "langer Zeit" war dieser Triebwagen erfreulicherweise mit seinem Personal wieder im Huserland unterwegs.

Aufziehlok

Sonst zum Andampfen eher mit einer Dampflok unterwegs, hatte er heute einmal seine "Aufziehlok" mit Werkstattausrüstung mitgebracht. Den Schlüssel erkennt man hinter der Stirnlampe an der Lok.

Elektrotriebwagen

Mit seinem Triebwagen befuhr der Kollege aus Düsseldorf die Bahnanlagen im Huserland. Es gilt als gutes Zeichen für eine stabile und freundliche Wetterlage, wenn er in kurzen Hosen zum Bahnfahren kommt. Scherzhaft nenne ich ihn deshalb das "Wetterorakel". Im wirklichen Leben ist er allerdings weder mit Petrus oder irgendwelchen Wetterdiensten verwandt, verbandelt bzw. verschwägert.

Kleinlok Koef mit Güterwagen als Sitzwagen

Schöne Fahrtage gehen auch irgendwann einmal zu Ende. Das Personal der Kleinlok "Molly" verabschiedete sich gerade von einem Besucher.

Auf der Spaßbank

Die Spaßbänker warteten auf einen Zugverkehr. Aber anscheinend war gerade nichts mehr in Sichtweite.

Ein freundlicher Eisenbahner

Trotz durch "Rücken" erzwungener passiver Teilnahme am Fahrtag hielt dieser Kollege den Tag für einen gelungenen Tag. Zumindest hatte er mir das bei seinem Abschied glaubhaft versichert. Auch mein Dank geht an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Dabeisein und ihren Beiträgen zum gelingen des Tages. Besonderer Dank gebührt natürlich meiner Frau und ihren Helferinnen (die Männer konnten ja nicht anders, sie mussten Bahn fahren) für ihre Unterstützung vor, während und nach dem Fahrtag!

Am Ende des Tages steht frei nach einem Ausruf auf dem Oktoberfest in München: " O'dampft is "

 

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