126 Achsen unterwegs auf regennasser Strecke

Der morgendliche Blick aus dem Badezimmerfenster verhieß nichts gutes. Die ganze Scheibe voller Regentropfen. Das gibt es im Huserland immer nur bei stärkerem Regen in Kombination mit Wind. Tolle Aussichten waren das also nicht. Knapp zwei Stunden später nieselte es aus grauem Himmel immer noch vor sich hin. Zwei im Wohnwagen übernachtende Kollegen waren von den prasselnden Regentropfen in der Nacht sogar zeitweise um den Schlaf gebracht worden.

Wassertropfen auf der Wäscheleine des Huserlandes

Wohin man auch blickte, alles war pitschnass. Sogar die Wäscheleine auf dem Damm trug eine Reihe dicker Wassertropfen.

Nässe auf und neben den Gleisen

Die Schienenoberfläche umgab ein dünner Wasserfilm und von den vom Starkregen und Wind herab gerissenen Blättern perlten dicke Tropfen ab.

Warten auf schöneres Wetter

Die am frühen Morgen auf dem Platz stehenden Menschen vergruben die Hände tief in ihren Taschen. Dicke Pullover unter den Jacken waren wegen der reichlich frischen Temperaturen ein Muss. Eine Lok aus dem Schuppen zu holen oder aufzugleisen, das mochte (noch) niemand angehen.

Am Anheizstand

Irgendwann ließ dann auch der Nieselregen nach und die eine oder andere Lok wurde ausgepackt. Doch so richtig mochte noch niemand der Wetterlage trauen. Und so blieben die mitgebrachten Waggons noch im Depot, in PKW-Anhängern oder versteckten sich unter Planen.

Das Wetterorakel kündet an

Der Herr oben im Bild ist allgemein als Wetterorakel bekannt. Gibt es Aussichten auf schönes Wetter, reist er immer in kurzer Hose an. Leider trug er heute lange Beinkleider und Blickte zudem noch ziemlich skeptisch drein.
Aller Skepsis zum Trotz blieb es nun aber den restlichen Tag über trocken (nur ein klitzekleiner heftiger Schauer kam noch über uns...). Die Waggons wurden herausrangiert und im Hauptbahnhof bereitgestellt.

E-Lok mit Zug

B-Kupplerdurchfährt Huserland Mitte

Messfahrt

An der Lok oben wurde ein Mess- und Bremswagen angehängt. Damit konnten die Kräfte am Zughaken bis kurz vor der Schleudergrenze der Dampflok gemessen werden. Die Ergebnisse waren auf "glitschiger" Strecke natürlich nicht so hoch wie üblich.

Eilig unterwegs ist die BR55

Die BR55 durcheilt das Weichenfeld des Hauptbahnhofes Kottmannshausen. Auf Gleis Eins stand schon ein langer Güterzug bereit.

Langer Güterzug rollt aus dem Hauptbahnhof

Ein langer Zug mit 110 Achsen war an die Zuglok, eine Baureihe 55, gekuppelt. Die Beobachter der Szenerie fragten sich nun gespannt, ob die Lok die Steigung  der Hauptstrecke trotz der großen Zuglast ohne Schwierigkeiten würde überwinden können.

Vorspanndienst

Es gelang der BR55 nicht. Eine BR24 leistete Vorspanndienste. Mit vereinten Kräften sollte der Zug wieder ins Rollen gebracht werden. Vor der Abfahrt ging der Lokführer der BR24 noch einmal "in sich". Der Herr über den Bremswagen hatte vorausschauend einen kleinen Sandbehälter mitgebracht. Dieser kam nun händisch zum Einsatz und sandete auf einigen Metern die Schienenköpfe.

Anfahren in der Steigung

Mit viel Gefühl an den Reglern schafften die beiden Lokführer es schließlich den Zug wieder in Bewegung zu setzen. Eigentlich hatte man 150 Achsen am Zug anhängen wollen. Das blieb allerdings bei den schlüpfrigen Streckenbedingungen illusorisch.

Doppeltraktion - Schwerstarbeit vor langem Zug

Am Zugschluß stand auch noch eine Schublok bereit. Diese musste aber nicht auch noch eingesetzt werden, da die beiden Zuglokomotiven den schweren Zug langsam, aber stetig über die Steigung beförderten.

Doppeltraktion vor schwerem Güterzug

Der längste Zug im Huserland

In Doppeltraktion wurde der lange Zug nun Rund um Runde durch das Huserland befördert. Weiteres sanden der Gleise war ebenfalls nicht mehr erforderlich, da der Zug an der Steigung kein weiteres Mal anfahren musste.

B-Kuppler mit US-Hoppercars

Unterwegs waren auch einige kürzere Züge. Diese hatten trotz widriger Verhältnisse und durch die geringeren Zuglasten aber keinerlei Reibungsprobleme.

Feldbahnlok mit Hoppercars am Haken

Koef II schiebt Güterzug

Selbst eine kleine Koef II konnte einige Güterwaggons zum nächsten Bahnhof befördern.

SBB-Krokodil

Da es keinen Zugbahnfunk im Huserland gibt, erfolgt die Verständigung mit den Lokführern während der Fahrt durch einfaches Zurufen. Jedoch gestaltet sich die Verständigung nicht immer ganz störungsfrei.

Verständigungsprobleme auf der fahrenden Lok

Damit er die zugedachte Nachricht auch gut verstehen kann, nutzte dieser Kollege zur Verbesserung der Signalqualität eine uralte "Verstärkertechnik"...

Das erste Mal Dampflok fahren

Seine erste Fahrt auf einer Dampflok absolvierte dieser junge Lokführer. Das hat ihm mächtig Spaß gemacht.

Besatzung der Spaßbank

Auf der Spaßbank fanden sich am Nachmittag bei sich nun bessernden Wetterverhältnissen auch die eine oder andere Person ein. Von hier aus waren nun auch wieder einzelne Lokomotiven mit einem langem Zug am Haken zu sehen.

B-Kuppler bärenstark vor schwerem Güterzug

BR55 mit Güterzug in Huserland Mitte

Der angepeilte Rekord bezüglich der Zuglänge konnte zwar nicht geknackt werden, aber im nächsten Jahr gibt es wahrscheinlich wieder einen Versuch. Dann hoffentlich bei strahlendem Sonnenschein...

 

 

 

 

 

 

 

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