Trotz unplanmäßig früh zu Ende gegangener Schönwetterperiode ein schöner Fahrtag

Das Abdamfen sollte eigentlich noch während der Zeit mit freundlichem Wetter stattfinden. Die Vorbereitungen auf den Fahrtag verliefen auch noch bei Sonnenschein und halbwegs angenehmen Temperaturen. Die Anlage am Vorabend des 5. Oktober sah mal wieder aus, wie "aus dem Ei gepellt". Und über Nacht kam der große Regen. Leider gab es auch noch eine Baustelle an der Lokverladung. Nicht meine, sondern ein örtliches Energieunternehmen verlegte am Vortag mal eben quer durch den Platz ein unterirdisches 10-KV-Kabel. Aber den Bauleuten gebürt mein Dank. Sie hatten versprochen, alles wieder einzuebnen und einzuschottern. Das haben sie auch gemacht. Und für den Regen konnten die auch nichts.

An der Lokverladung mit Baustelle

Trotz der frischen Schotterung war der Platz an der Ladestelle eher matschig. Weil der Schotter nicht gewalzt oder festgerüttelt war, bekam man bei dem Spaziergang durch den losen Schotter dreckige Schuhe. Für die Hebebühne war auch kein Platz, weil die Kabeleinführungen noch nicht fertiggestellt waren. Aber bei der Nässe blieben die "schweren Jungs" äh Loks eh Daheim im Schuppen. Alles andere musste wie früher von Hand ab- und aufgeladen werden.

Wohin man auch schaute, überall war es wie wir in unserer Gegend zu sagen pflegen "mistnass"! Die Gleise trugen einen Wasserfilm und einsame im Gleis wachsende Graspflänzchen (da habe ich bei den Vorbereitungen geschludert) waren mit vielen Wassertropfen behaftet. Ob solcher Aussichten befürchtete ich, den Fahrtag ohne Besucher verleben zu müssen. Doch Petrus hatte Erbarmen und stellte die Dauerberieselung noch am Vormittag wieder ab.

Erste Gäste trudelten mit Loks und Wagen ein. Zwar war noch alles in der Umgebung triefnass, aber der graue Himmel blieb dicht. In der weiteren Umgebung war die Wetterlage anscheinend entspannter.

Der Triebwagen der Usedomer Bäderbahn nahm den Betrieb unmittelbar nach seinem Eintreffen auf. Zwar war es dem Lokführer ein wenig frisch, aber kühler Wind allein kann einen echten Gartenbahner nicht vom Fahrbetrieb abhalten.

Als dieser freundlich dreinblickende Herr seinen Zug auf die Huserlandgleise setzte, war nach seiner Aussage eines klar: Regen würde es an diesem Fahrtag nicht mehr geben. Obwohl der Herr von dieser seiner Behauptung angeblich sehr überzeugt war, legte er vorsichtshalber dennoch einen Satz Regenschutzplanen bereit.

Der auf dem Hochgleis abgestellte ET machte mit seinem Zug eine gute Figur, obwohl noch nicht alle geplanten Details des Triebwagens realisiert waren. Zum Beispiel fehlten noch die Fenstergläser.

Der ET hatte gerade seinen Zug mit Güterwagen abgegeben. Der am Triebwagen verbleibende Sitz- beziehungsweise Bedienwagen diente als Sitzbank für eine Kaffeepause von seltsamen Gesellen. Auf das Auftauchen des Huserlandpaparazzies reagierten sie mit Faxen. Was fällt ihnen eigentlich an dem leicht abwesend dreinschauenden Lokführer des Triebwagens auf? Genau! Er hat das falsche Schuhwerk für die nasse Wiese gewählt. Denn die Spitzen sind total nass. Und die Moral von der Geschicht:  mit der Eisenbahn fahren ist gut, mit "Lederschühchen" über die nasse Wiese laufen dagegen nicht.

Mit Gummistiefeln ging das natürlich für die Füße trockener ab.

Bei der Ausfahrt aus Huserland-Mitte in Richtung Ponnyhof kam es zu einem "gefährlichen Eingriff" in den Eisenbahnverkehr. Heidi, eine schon seit mehreren Jahren im Huserland lebendes Katzentier, schlenderte mitten auf dem Gleis gemütlich in Richtung Brücke. Da sie offiziell keine Funktion als Streckenläuferin hat, hielt sie sich unberechtigter Weise auf den Gleisen auf und störte fahrlässig den Eisenbahnverkehr. Der von der Katze behinderte Lokführer war allerdings sehr rücksichtsvoll. Ohne auch nur einen Achtungspfiff erschallen zu lassen, wartete er geduldig ab, bis das die liebevoll von den Eisenbahnern auch "01.10" genannte Katze den Gleiskörper wieder verlassen hatte.

Der Lokführer der E69 und auch die kleine blaue Feldbahnlok mit ihrem Personal kamen nach dem Vorfall mit der Katze zwar etwas zu spät, aber sicher im Bahnhof Ponnyhof an. Beide Maschinen hatten zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits auf der Drehscheibe gewendet und waren wieder im "Plan".

Die relativ kalte Umgebungsluft ließ den aus den Ventilen der Zylinderentwässerung der Dampflok austretenden Dampf sogleich spektakulär kondensieren. Ein schönes Schauspiel für die anwesenden Zuschauer.

In gemütlicher Fahrt fuhr die Dampflok "Zornige Ameise" bergwärts in Richtung "Haltepunkt zur toten Katze". Falls sie jetzt dachten, Heidi alias 01.10. wäre nun doch noch auf den Gleisen umgekommen, sie liegen glücklicherweise völlig falsch. Die Geschichte des Haltepunktes und was es in dem Zusammenhang von einer toten Katze zu erzählen gibt, fragen sie am besten mal bei einem ihrer nächsten Besuche im Huserland persönlich nach. Übrigens, der Lokführer der Köf II fuhr viel zu nah auf. Ich glaube, er wollte das Typenschild des vor ihm rollenden Generators ablesen. Das ist jedenfalls die einzige für mich schlüssige Erklärung seines Verhaltens. Überholen konnte er jedenfalls den langsamen Zug erst wieder im Bahnhof.

Jedenfalls war der Dampfzug, ohne das ihm der Lokführer der Koef aufgefahren wäre, heil auf der Drehscheibe des Hauptbahnhofes Kottmannshausen angekommen. Seinen Zug rangierte der Lokführer aber anschließend direkt auf ein Abstellgleis. Eine längere Betriebspause zwecks körperlicher Erholung vom harten Eisenbahnbetrieb im Eisenbahnerwohnheim sei in dieser Phase des Fahrtages dringend angeraten, so versicherte der Mann in Uniform dem lässig herumsitzenden Betrachter der Szenerie.

Gerade wurde die Dampflok der Baureihe 70 mit Wasser und Kohle versorgt. Die Umstehenden betrachteten das Manöver und die anschließende Ausfahrt aus dem Hauptbahnhof Kottmannshausen.

Die Dampflok der Baureihe 70 zeigte sich am Ende des Betriebstages nach ihrer Abrüstung auf dem Anheizstand abgestellt. Nun, da der Lokführer und der Bedienwagen abgekoppelt waren, bot sie dem normalen Betrachter eine eher seltene Ansicht ihrer schönen Rückseite.

Zwar hatten sich vergleichsweise nur wenige Zuschauer an diesem Tag ins Huserland verirrt. Dennoch fuhr der kurze Personenzug fast den ganzen Tag über mit mal mehr, mal weniger Fahrgästen auf dem Zug.

Die Rangierlokomotive mit Namen Molly machte gerade einen Betriebshalt im Hauptbahnhof. Die Lok nahm schon an vielen Fahrtagen teil. Wenn man die Fotos der Vergangenheit Revue passieren lässt, stellt man fest, dass an ihr immer mehr liebevolle Details zu entdecken sind. Sehen sie sich doch beispielsweise einmal beim großen Bild das Handrad und seine Beschriftung im Führerhaus an (rechte Maustaste und Bild anzeigen wählen).

Erfreulich: "Mann" fand an unserem Fahrtag auch wiedereinmal eine Dame am Regler einer Lokomotive.

Der Tag neigte sich betriebsmäßig schon beinahe seinem Ende zu. An der Spaßbank jedoch bekam der Huserlandpaparazzi noch ein paar nette Kommentare zu hören. Obwohl die anwesende Jugend schön grinste, darf ich die Kommentare der links im Bild befindlichen Dame aus Jugendschutzgründen an dieser Stelle nicht veröffentlichen.

-- Ende --

 

 

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