Abdampfen ÍI bei Tauwetter

Diser freundlich dreinschauende Herr war nicht der Nikolaus. Das kann man ja schon leicht an der falschen Mütze erkennen. Nein, dieser Herr lauerte mit seiner Kamera nach seinen Schneepflugeinsätzen auf die Vorbeifahrt einer Dampflok.

Der Nikolaus war gleich zweimal im Huserland vertreten. Zwar nicht als Mensch aus Fleisch und Blut, aber doch als Schokoladenvariante. Wo die in Silberpapier gehüllten Herren abgeblieben sind, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich hat man sie zum Fressen gern gehabt.

Auch der die ganze Saison an meiner Diesellok befindliche Schneepflug kam auf der Strecke nach Ponnyhof endlich zu einem stilechten Einsatz. Rechts und links der Lokomotive flog der schon pappende Schnee im Bahnhof "Huserland Mitte" zur Seite.

Die Schneedecke war am Morgen noch geschlossen (knapp 10cm Höhe), der Himmel grau und der Wetterfrosch verhieß nichts Gutes. Steigende Temperaturen sollten im Laufe des Tages dafür sorgen, dass der noch andauernde leichte Schneefall in Regen übergehen würde. Das Huserland war trotz der winterlichen Verhältnisse gut zu erreichen, da alle Straßen und Plätze in Kottmannshausen vom Schneepflug geräumt waren. Apropos Schneepflug: ich war von einem Kollegen gemahnt worden, nur ja keine Gleise zu räumen. Denn dieses wollte er doch lieber mit seinen Schneepflügen erledigen. So hat er es es dann auch gemacht. Die schweren US-Lokomotiven standen als erste auf den Gleisen und schoben die Schneedecke beiseite. Da kein Frost herrschte, war die Traktion sehr gut und die Räumung der Gleise verlief problemlos.

Nach der Räumung der Gleise wurde der erste Personenzug auf den Gleisen des Hauptbahnhofes Kottmannshausen bereitgestellt. Die örtlichen Energieversorger störten mit ihrer immer noch vorhandenen Baustelle an der Lokverladung den reibungslosen Ladebetrieb erheblich. Wo sonst die Hebebühne steht, gab es ein tiefes Loch. Deshalb mussten Kollegen die Lok aus dem Wagen heben. Diese Kollegen aber zu finden, war am frühen Morgen nicht so einfach. Es waren noch zu wenige gekommen. Und die, die da waren, hatten "Rücken". Aber was lange währte, wurde dann doch endlich gut. Der noch herrschende Mangel an reisewilligen Passagieren bescherte dem Lokpersonal der Diesellok noch etwas Zeit. Weil endlich auch der Kaffee aufgebrüht worden war, konnte es sich vor der ersten Fahrt mit Passagieren noch ein Tässchen davon genehmigen.

Im Eisenbahnerwohnheim hielten sich die an der Räumung der Strecke beteiligten Personale nach getaner Arbeit zur Erwährmung von Körper und Geist gerne auf. Der scheinbare Nebel im Raum beruht zwar auf der an diesem Tag allgegenwärtigen Feuchtigkeit,hatte sich bei diesem Bild aber nur an der Fotolinse niedergeschlagen.

Nach dem Kaffeegenuss gab es dann auch die ersten Passagiere zu befördern. Zum Vergnügen der Fahrgäste fielen noch Schneeflocken von Himmel und sorgten für ein winterliches Fahrvergnügen.

Der im "Bahnhof Ponnyhof" abgestellte Schneepflug hat noch reichlich Schnee von seinem Streckeneinsatz am Gehäuse haften.

Unterwegs waren an diesem Tag aber nicht nur Lokomotiven und Menschen. Ein einsam über die Schneedecke wanderndes Insekt als sichtbares Zeichen der nicht mehr allzu tiefen Temperaturen im Huserland.

In der feucht-kalten Luft kondensierte der aus dem Kamin der Dampflok austretende Dampf recht schnell. Die Sicht des Lokführers tendierte dabei gegen Null. Deshalb musste ein Kaminaufsatz her, der den Dampf über den Kopf des Lokführers hinweg leitete.

 

Ab Mittag setzte dann der erwartete Regen mehr oder weniger heftig ein. Dementsprechend veränderte sich auch das Aussehen der Winterlandschaft. Matsch und der nun durch den Schnee schimmernde dunkle Boden machten die Anlage unansehnlich.

Trotz Regen und Matsch: es gab immer noch reichlich Passagiere zu befördern. So hatten an diesem Tag die Jungschützen aus dem Nachbardorf Kreuzberg einen Ausflug per Pedes ins Huserland unternommen und erfreuten sich an den Dampffahnen.

Am späten Nachmittag hatte es fast nur noch Matsche auf der Anlage. Die Dampflok war schließlich auch die letzte noch im Betrieb befindliche Maschine des Tages. Nachdem auch der Lockführer bis auf die Haut durchnässt war, wurde der Fahrbetrieb für 2013 eingestellt.

Weiter ging es dann bis in den Abend im Eisenbahnerwohnheim. Bei heißen Getränken, Issummer Weihnachtsgebäck und diversen Kuchen läutete man das Saisonende und den Zweiten Advent ein.

Dieser Herr steht auch total auf die leckeren Kekse aus Issum. Aber wenn sie jetzt meinen, er hätte sich daran überfressen, weit gefehlt. Der Mantel aus purer Freundlichkeit so weit offen. Die Jacke war nämlich eine Warnweste mit Reflektionsstreifen. Und die hätten den Kamerablitz sonst zu Fehlern verleitet. Warum der blöde Blitz aber auch immer auf die Streifen messen muss...

Es sieht zwar so aus, aber gebetet haben die Drei hier nicht. Ich glaube sie hatten nur Angst davor, dass der Huserlandpaparazzi zu viel von ihren Gesprächen aufschnappt und anschließen an dieser Stelle hier veröffentlicht. Das würde ich doch nie tun...

 

Die Menschen aus dem Huserland werden jetzt in die lange Saisonpause gehen. Aber im nächsten Jahr geht es dann ja wieder weiter. Ich Bedanke mich bei all unseren Gästen für ihren Besuch und den Mädels und Jungens mit den Lokomotiven und den vielen Wagen für ihre Bereicherung des Fahrbetriebes. Dank auch an Manfred für seinen unermüdlichen Einsatz vor Kinderzügen und Schneepflügen und bei den über das Jahr anfallenden Reparaturen. Torstens und Ulis zahlreiche Güterwagen sind bei den langen Zügen ein Gedicht und gern gesehen. Ein besonderer Dank geht an die vielen Kuchenspenderinnen und Spender. Die Bäckerei in Issum unter der Leitung von Ingrid ist dabei ein Gedicht. Bitte bleibt mir gewogen, gesund und kommt wieder ins Huserland.


Wir wünschen euch frohe Weihnachten, entspannte Feiertage und einen guten Rutsch íns neue Jahr.

Jutta und Michael Huser

 

 

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